Export Import Zahlungsmodalitäten Zoll Akkreditiv ICC BPO (2024)

Die internationalen Zahlungsmodalitäten beinhalten die Zahlungsverpflichtungen des Kundenund weitere Auflagen. Es wird unterschieden zwischen Zahlungsbedingungen ohne Dokumente und Zahlungsbedingungen mit Dokumenten. Bei den Modalitäten ohne Dokumente ist der Zahlungszeitpunkt entscheidend: zum Beispiel Bezahlung vor, bei oder nach der Lieferung/Erhalt der Ware. Bei Bezahlung mit Dokumenten/gegen Dokumente z. B. Handelsrechnungen, Frachtbriefe erfolgt die Herausgabe dieser erst bei Bezahlung.

Die wichtigsten Zahlungsbedingungen und deren Risikenim internationalen Warenverkehr:

  • COD - Cash on Delivery (Zahlung bei Lieferung): bei der Wahl von COD fehlt das uneingeschränkte Vertrauen zum Importeur. Die Bezahlung erfolgt direkt nach Erhalt der Lieferung, ohne Qualitätsprüfung - im "Nachnahmeverfahren". Es besteht jedoch ein Restrisiko bei Nichtannahme der Lieferung durch den Importeur.
  • Clean Payment (Zahlung gegen einfache Rechnung): die Lieferung erfolgt ohne jede Sicherheit für den Exporteur und wird vom Importeur erst nach Lieferung, Erhalt der Rechnung, nach Prüfung der Qualität und nach Ausnutzung des Zahlungsziels bezahlt. Der Lieferant trägt hierbei die Kreditkosen sowie das Kreditrisiko und verzichtet auf jegliche Zahlungsabsicherung.
  • CBD - Cash before Delivery (Vorauszahlung): auch "Advanced Payment" oder "CIA/Cash in Advance": die Zahlung des kompletten Warenwertes wird vor der Lieferung fällig und birgt daher ein hohes Risiko des Käufers.
  • Payment on Account (Anzahlung): bei dieser Modalität ist es in der Regel üblich, dass der Lieferant eine Bankgarantie als Sicherheit zur Verfügung stellt.
  • C/D (auch CAD) - Cash against Documents (Zahlung gegen Dokumente) auch D/P - Documents against Payment: hierbei handelt es sich um eine Art Dokumenteninkasso. Die Ware wird nicht direkt zum Warenempfänger geliefert, sondern an das Lager der importierenden Spedition oder an ein Zolllager. Die Dokumente gehen von der einreichenden Bank (Remitting Bank) an die Inkassobank (Collecting Bank). Die Herausgabe der Ware erfolgt nur dann, wenn nach erfolgter Zahlung die von der Inkassobank freigegebenen Originaldokumente vorgelegt werden können.Diese Variante birgt das Risiko eines Reklamationshemmnisses, da die Ware ohne Prüfung (Sichtkontrolle) komplett bezahlt wird. Der Vorteil ist eine kostengünstige Abwicklung und ein relativ langes Zahlungsziel (Seetransport).
  • D/A - Dokuments against Acceptance (Dokumente gegen Akzept): hier erfolgt die Zahlung wie bei C/D, jedoch mit dem Unterschied, dass der Importeur ein Zahlungsziel erhält. Die Dokumente werden von der Inkassobank bereits vor der Zahlung ausgehändigt. Hier fehlt daher dem Exporteur die Gewähr (siehe C/D), da die Dokumente schon bei der Abgabe eines Zahlungsversprechens herausgegeben werden und die Sicherheit bezüglich einer Liquidität des Importeursfehlt. Die Inkassobank kann daher zur Sicherheit vom Importeur ein Akzept (Wechsel) verlangen. Dieses wird von der Inkassobank dem Exporteur über die einreichende Bank als Sicherheitsnachweis weitergeleitet und verbleibt solange bei der Inkassobank, bis die Zahlungsfälligkeit eintritt.
  • L/C - Letter of Credit (Dokumenten - Akkreditiv): mit dieser Zahlungsmodalität erhalten beide Parteien Sicherheit. Der L/C ist eine Verpflichtung einer vom Importeur bestimmten Bank, nach Übergabe der vertraglich vereinbarten Dokumente, die vom Exporteur ermittelte Rechnungssumme zu zahlen. Erst nach der Zahlung erfolgt die auf diese Art für den Exporteur abgesicherte Lieferung. Ein Risikoträgt jedochdie Bank, falls der Importeur die Dokumente nicht auslösen sollte.Ergänzend hierzu informieren wir, dass die Internationale Handelskammer (ICC) offiziell eine neue Zahlungsverkehrsbedingung im Außenhandeleingeführt hat: die Uniform Rules for Bank Payment Obligation (BPO).

ICC Uniform Rules for Bank Payment Obligations (URBPO)

Das Regelwerk gilt seit dem 1. Juli 2013. Mit der BPO bietet die ICC jetzt die Option, künftige Zahlungsversprechen im Auftrag ihrer Firmenkunden in standardisierter Form abzugeben.

Grundlage hierfür ist eine technische Plattform, die die Daten von Importeur und Exporteur elektronisch abgleicht.

Wesentlicher Charakter ist, dass das Zahlungsversprechen der Bank des Käufers nicht direkt an den Lieferanten erfolgt, sondern gegenüber der Bank des ausländischen Exporteurs.

Diese gesicherte Zahlungsweise soll den Einsatz des Umlaufkapitals optimieren und die Risiken der offenen Rechnung minimieren. Standardisierte Zahlungsverpflichtungen in Form einer Bank Payment Obligation nehmen bei internationalen Handelsaktionen zunehmend eine wichtige Rolle als Instrument der Zahlungssicherung ein. Bank Payment Obligations werden Dokumetenakkreditive zum Teil zurückdrängen, da Geschäfte gegen offene Rechnung einen sehr hohen Marktanteil ausmachen und Bank Payment Obligations ein ideales Instrument sind, Geschäfte auf der Basis "open account" abzusichern. Um den Umgang mit dem Instrument der Bank Payment Obligation für die Praxis zu erleichtern, hat die ICC einen Leitfaden mit dem Titel "The ICC Guide to the Uniform Rules for Bank Payment Obligations" (Autor: David J. Hennah) veröffentlicht (ICC Publikation 751E), der über den Online Shop der ICC Deutschland bezogen werden kann. Darin werden die technischen Details und rechtlichen Rahmenbedingungen der Abwicklung von Bank Payment Obligations auf der Grundlage de URBPO praxisgenau dargelegt.

Export Import Zahlungsmodalitäten Zoll Akkreditiv ICC BPO (2024)

FAQs

Export Import Zahlungsmodalitäten Zoll Akkreditiv ICC BPO? ›

Mit der BPO bietet die ICC jetzt die Option, künftige Zahlungsversprechen im Auftrag ihrer Firmenkunden in standardisierter Form abzugeben. Grundlage hierfür ist eine technische Plattform, die die Daten von Importeur und Exporteur elektronisch abgleicht.

Was ist die zahlungsbedingung d p? ›

C/D (auch CAD) - Cash against Documents (Zahlung gegen Dokumente) auch D/P - Documents against Payment: Hierbei handelt es sich um eine Art Dokumenteninkasso. Die Ware wird nicht direkt zum Warenempfänger geliefert, sondern an das Lager der importierenden Spedition oder an ein Zolllager.

Was ist LC Payment? ›

Das Dokumentenakkreditiv (L/C) ist ein international anerkanntes Zahlungs- und Absicherungsinstrument und fixer Bestandteil der globalen Tradefinance-Landschaft. Es umfasst die abstrakte Verpflichtung einer Bank, gegen Vorlage von definierten Dokumenten an den begünstigten Exporteur Zahlung zu leisten.

Was bedeutet documents against acceptance? ›

Dokumente gegen Akzept (d/a = documents against acceptance)

Im Gegensatz zur Zahlungsbedingung Dokument gegen Kasse enthält der Inkassoauftrag des Exporteurs die Weisung, die Transportdokumente dem Importeur nur auszuhändigen, wenn dieser einen auf ihn gezogenen Wechsel in Höhe des Rechnungsbetrages akzeptiert.

Was ist cash against documents? ›

Dokumente gegen Kasse, Documents against Payment (d/p), Cash against Documents; Art des Dokumenteninkassos, bei der dem Importeur die Exportdokumente von der vorlegenden Inkassobank gegen Zahlung (Kontobelastung) ausgehändigt werden.

Wer bestimmt die Zahlungsbedingungen? ›

Wer legt Zahlungsbedingungen fest? Unternehmen steht es frei, wie sie ihre Zahlungsbedingungen regeln. Das Gesetz sieht hier weder für die Form noch für den Inhalt besondere Regelungen vor, geht aber insbesondere bei der Zahlungsfrist von einem angemessenen Zeitraum aus (vgl. Bürgerliches Gesetzbuch § 286 Abs.

Was bestimmen die Zahlungsbedingungen? ›

Allgemeines. Zahlungsbedingungen umfassen sämtliche Bedingungen hinsichtlich der Zahlungsverpflichtungen eines Käufers aus einem Kaufvertrag sowie deren Zahlungsmodalitäten. Nicht nur Kaufverträge, sondern sämtliche Schuldverhältnisse, aus denen Zahlungspflichten erwachsen, enthalten Zahlungsregelungen.

Was ist eine Akkreditiv Zahlung? ›

Ein Akkreditiv ist ein Vertrag mit einer Bank, das garantiert, dass ein Käufer (z.B. Ihr Kunde) einen Verkäufer (Sie) pünktlich und in der richtigen Höhe bezahlen wird. Wenn der Käufer nicht zahlen kann, ist die ausstellende Bank verpflichtet, den gesamten oder verbleibenden Betrag des Kaufs zu decken.

Was ist ein Import Akkreditiv? ›

Ein Importakkreditiv (als Sicht-, Deferred-Payment-, Akzeptierungs- oder Negoziierungsakkreditiv) wird von einer Bank im Auftrag des Importeurs eröffnet (Deckungsanschaffung). Ob und in welchem Umfange Kreditsicherheiten gestellt werden müssen, hängt von der Bonität des Importeurs ab.

Welches Risiko trägt der Importeur bei einem dokumentenakkreditiv? ›

Während für den Exporteur ein Zahlungsausfallrisiko besteht, trägt der Importeur das Risiko, dass er die bereits bezahlten Waren nicht erhält.

Was ist ein bestätigtes Akkreditiv? ›

Bestätigtes Akkreditiv

Hierbei übernimmt die Bank des Exporteurs das Risiko eines Zahlungsausfalls, und bezahlt diesem die Summe aus, auch wenn die Bank des Importeurs nicht in der Lage ist, die Zahlung an die Bank des Exporteurs weiterzuleiten. Somit sichert die inländische Bank das Auslandsrisiko ab.

Was ist ein Exportinkasso? ›

Das Dokumenteninkasso ist eine Zahlungsform, die in erster Linie beim internationalen Handel zum Einsatz kommt. Dabei übergibt eine Exporteurin oder ein Exporteur einer Ware seiner Sparkasse oder Hausbank Exportdokumente wie beispielsweise die Rechnungen, Transportdokumente oder Versicherungsnachweise.

Was ist Clean Payment? ›

Clean Payment (Zahlung gegen einfache Rechnung): die Lieferung erfolgt ohne jede Sicherheit für den Exporteur und wird vom Importeur erst nach Lieferung, Erhalt der Rechnung, nach Prüfung der Qualität und nach Ausnutzung des Zahlungsziels bezahlt.

Was ist CAD Zahlung? ›

Cash Against Documents (gleichbedeutend: Documents Against Payment (d/p)/ Payment Against Documents (p/d): a) Zahlungsbedingung, bei welcher der Käufer Dokumente “bezahlen” (kaufen) muss, die er für die Übernahme der Ware benötigt, wie z.B. ein Seekonossem*nt oder ein Orderlagerschein).

Was ist der Unterschied zwischen Dokumenteninkasso und dokumentenakkreditiv? ›

Während das unwiderrufliche Dokumentenakkreditiv aus Sicht der Zahlungssicherung eher den Verkäufer bevorteilt, verteilt das Dokumenteninkasso die Vor- und Nachteile deutlich ausgewogener. Zu beachten ist, dass beim Dokumenteninkasso die beteiligten Banken kein eigenständiges Zahlungsversprechen übernehmen.

Was ist d p? ›

Abk. für Documents against Payment (Dokumente gegen Zahlung), d.h. Zahlung bei Vorlage der Dokumente (Zahlungsbedingungen im Außenhandel).

Was versteht man unter Zahlungsbedingungen? ›

Zahlungsbedingungen, auch Zahlungskonditionen genannt, sind Vereinbarungen zwischen einem Käufer und einem Verkäufer, die festlegen, wann und wie die Zahlung für eine gelieferte Ware oder eine erbrachte Dienstleistung erfolgen soll.

Welche Terms of Payment gibt es? ›

banker's draft/bank draft = Banktratte/Bankwechsel/Bankscheck/von Bank gezogener Scheck/von einer Bank gezogener Wechsel. cheque = Scheck. cash on delivery = zahlbar bei Lieferung. cash with order = Barzahlung bei Auftragserteilung.

Wie formuliere ich Zahlungsbedingungen? ›

Die Formulierung lautet: „Vorauskasse bei Bestellung“, „Die Belastung Ihrer Kreditkarte erfolgt unmittelbar nach Bestellung“, „Zahlbar innerhalb von 14 Tagen“, „Fällig sofort nach Rechnungsstellung“. Die nächste Kategorie ist die Laufzeit der Schuld, einschließlich der Höhe der Tilgungsraten und der Zinsbelastung.

References

Top Articles
Latest Posts
Article information

Author: Moshe Kshlerin

Last Updated:

Views: 5379

Rating: 4.7 / 5 (77 voted)

Reviews: 92% of readers found this page helpful

Author information

Name: Moshe Kshlerin

Birthday: 1994-01-25

Address: Suite 609 315 Lupita Unions, Ronnieburgh, MI 62697

Phone: +2424755286529

Job: District Education Designer

Hobby: Yoga, Gunsmithing, Singing, 3D printing, Nordic skating, Soapmaking, Juggling

Introduction: My name is Moshe Kshlerin, I am a gleaming, attractive, outstanding, pleasant, delightful, outstanding, famous person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.